Bündner Dialogwoche Alkohol 2019

Wussten Sie, dass jeder fünfte Bündner und jede fünfte Bündnerin zu viel Alkohol trinkt? Der übermässige Konsum bringt Probleme mit sich. Nicht nur für die trinkende Person selber, sondern auch für ihr Umfeld. Wir brechen das Schweigen und reden über Alkohol – an der Bündner Dialogwoche Alkohol vom 20. bis 25. Mai 2019.

Aktuelle Studien lassen aufhorchen: Rund 250’000 Menschen in der Schweiz sind alkoholabhängig. Und jede fünfte Person konsumiert risikoreich Alkohol. Bei gesunden Männern sind das mehr als zwei Standardgläser, bei Frauen mehr als eins pro Tag. Ein Standardglas entspricht 3dl Bier, 1dl Wein oder 3cl Schnaps. Es wird auch empfohlen, alkoholfreie Tage pro Woche einzuhalten.

Die Folgen des übermässigen Konsums sind weitreichend. Sie umfassen gesundheitliche, soziale und wirtschaftliche Schäden. Und weil Sucht immer auch mit Scham verbunden ist, wird ein Alkoholproblem oft totgeschwiegen. Ein ungesunder Teufelskreis zwischen Überforderung, Scham und Konsum nimmt seinen Lauf.

Es gibt aber einen Ausweg: Darüber reden! Mit Betroffenen, mit Angehörigen, mit Experten und mit der Öffentlichkeit. Genau das machen wir an der Bündner Dialogwoche Alkohol 2019, ohne Tabu und ohne Scheuklappen.

Programm 20. bis 25. Mai 2019

Blue Cocktail Bar unterwegs
Wir sind mit der Blue Cocktail Bar im ganzen Kanton unterwegs, bieten leckere alkoholfreie Cocktails an und informieren in ungezwungenem Ambiente zum Thema Alkohol. Besuchen Sie uns!

20. Mai 2019    11.30-18.30 Uhr    Poschiavo: Gemeindeplatz
21. Mai 2019    11.30-18.30 Uhr    St. Moritz: Plazza Rosatsch (St. Moritz Bad)
22. Mai 2019    11.30-18.30 Uhr    Davos: Bubenbrunnenplatz
24. Mai 2019    11.30-18.30 Uhr    Ilanz: Landsgemeindeplatz
25. Mai 2019    08.00-13.30 Uhr    Chur: Poststrasse (vor Gerichtsgebäude)

 

Theaterabend «Zum Wohl!»
Manchmal braucht es einfach eine neue Perspektive. Als Höhepunkt der Woche veranstalten wir einen kostenlosen Theaterabend. Das Theater Knotenpunkt inszeniert eine theatrale Auseinandersetzung mit dem Thema Alkohol – unterhaltsam, interaktiv und gespickt mit wertvollen Denkanstössen.

Durch gezielte Moderation werden die Zuschauenden animiert, die Handlungsweisen der Figuren auf der Bühne nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Das Publikum greift aktiv ins Bühnengeschehen ein und probiert seine Sicht der Dinge direkt aus. So erlebt es unmittelbar die Folgen des eigenen Handelns. Weitere Informationen zum Stück finden Sie hier.

23. Mai 2019   19.45-22.00 Uhr   Postremise Chur (Engadinstrasse 43)

Kostenlos, ohne Anmeldung, begrenzte Platzzahl.
Türöffnung und Bar ab 18.00 Uhr

 

Real Talk: Es betrifft uns alle!
Jede und jeder von uns ist schon mit dem Thema Alkohol in Kontakt gekommen. Wir haben eine Verantwortung für uns selbst und unser Umfeld. Anlässlich der Dialogwoche stellen wir echte Geschichten von drei Bündnerinnen und Bündnern vor. Eindrücklich, bewegend und zum Handeln auffordernd.

Jonas (30) hatte ein Alkoholproblem
Lena (24) hat eine alkoholkranke Mutter
Thomas (41) hat einen alkoholkranken Mitarbeiter

 

Empfehlungen für Betroffene
Quelle: Sucht Schweiz

Auf den eigenen Konsum achten
Übermässiger Konsum beginnt bereits da, wo regelmässig mehr als ein bis zwei Standardgläser getrunken wird. Löschen Sie Ihren Durst mit alkoholfreien Getränken. Wenn Sie Alkohol trinken, bestimmen Sie Ihren Trinkrhythmus selbst. Lassen Sie sich nicht vom Trinktempo anderer anstecken.

Probleme anders lösen
Trinken Sie keinen Alkohol, wenn Sie schlechter Laune sind. Alkohol löst keine Probleme! Achten Sie auf einen ausgewogenen Lebensstil: Suchen Sie bewusst einen positiven Ausgleich zu den Alltagsbelastungen. Pflegen Sie Interessen und Hobbies, treiben Sie aktiv Sport und suchen Sie die Entspannung ohne Substanzkonsum.

Empfehlungen für Nahestehende
Quelle: Sucht Schweiz

Grenzen setzen statt kontrollieren
Grenzen Sie sich ab, wenn die betroffene Person getrunken hat. Wichtig ist, eine gute Gelegenheit zu finden, um zu erklären, warum man sich abgrenzt.

Von sich selbst sprechen statt vom Anderen
Es ist normal, dass Emotionen im Spiel sind. Vermeiden Sie Streit, indem Sie von sich selbst sprechen. Zum Beispiel: «Ich fühle mich nicht verstanden» statt «Du hörst mir nie zu.»

Verantwortung abgeben statt beschützen
Wenn Sie immer für die betroffene Person mitdenken und sie schützen wollen, riskieren Sie eine Erschöpfung. Übergeben Sie die Verantwortung für mögliche Folgen der Suchtproblematik der betroffenen Person.

Brauchen Sie Unterstützung?
Melden Sie sich bei diesen Beratungsstellen in Graubünden.

Psychiatrische Dienste Graubünden, 058 225 25 25, www.pdgr.ch
Blaues Kreuz Graubünden, 081 252 43 37, www.blaueskreuz.gr.ch
Regionale Sozialdienste Graubünden, www.soa.gr.ch

Weitere Anlaufstellen, Selbsttests und Informationen finden Sie unter www.bischfit.ch/alkoholprobleme.

Kampagnenpartner
Psychiatrische Dienste Graubünden
Blaues Kreuz Graubünden
Kantonales Sozialamt Graubünden

Kampagnenmaterial
Kampagnenflyer „Zum Wohl? Reden wir darüber.“ (Download, Bestellung)
Medienmitteilung (Download)

Direkter Kontakt
Antonia Bundi
Programmleiterin Bündner Programm Alkohol
Telefon: +41 81 257 64 07
E-Mail: antonia.bundi@san.gr.ch

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