Impulse für psychische Gesundheit

Zähneputzen, Ernährung, Vorsorgetermin – wir alle achten auf unsere körperliche Gesundheit, einige mehr, andere weniger gewissenhaft. Auch Ihre seelische Gesundheit können Sie stärken und Ihre Abwehrkräfte gegen Belastungen mobilisieren. Die Impulse bieten Anregungen und Ideen für den Alltag. Sie fördern ein gutes Lebensgefühl und helfen, die Herausforderungen des Alltags zu meistern. Probiere Sie sie aus!

Flyer «Impulse für psychische Gesundheit» (download / bestellen)

In Bewegung bleiben

Während ca. 2.5 Millionen Jahren war der Mensch als Jäger und Sammler im Schnitt acht Stunden täglich in Bewegung. Seit gerade mal 100 Jahren verbringen viele Menschen täglich acht Stunden und mehr im Sitzen. Körperliche Bewegung und Aktivität sind ein notwendiger Gegenpol zur Überreizung durch Überinformation, Arbeitsstress und ein gesteigertes Lebenstempo. Bewegung und Aktivität machen Spass und stützen nachweislich auch das seelische Gleichgewicht.

Wie steht es um dich?

  • Gibt es in deinem Alltag regelmässige Bewegungszeiten?
  • Wie bewegst du dich gerne? Schwimmen, Wandern, Laufen, Tanzen, Velofahren usw.?
  • Hast du dich heute schon 30 Minuten am Stück bewegt?

Einige Anregungen:

  • Steige eine Station früher aus dem Tram, benutze die Treppe statt des Lifts.
  • Geh spazieren oder führ den Hund der Nachbarn aus.
  • Verabrede dich zum Fussball- oder Boule-Spielen.
  • Steh bei der Arbeit mindestens einmal pro Stunde auf. Telefoniere im Stehen.
  • Mach, was immer dir Spass macht, aber mach es regelmässig, am besten dreimal pro Woche während 30

Sich entspannen

In der Ruhe liegt die Kraft. Bewusste Bewegung, bewusstes Ein- und Ausatmen sind Möglichkeiten, um tagsüber kurze Entspannungsphasen einzubauen.

Bist du gestresst und angespannt, ist aktive Erholung (Hobbies, Sport, Natur, etc.) wirksamer als passives Ausruhen.

Wie steht es um dich?

  • Bei welchen Tätigkeiten kannst du am besten «abschalten»?
  • Gibt es in deinem Alltag Freiraum für bewusste Entspannungszeiten?
  • Welche Aktivitäten, z.B. Schreiben, Laufen, Basteln, geben dir Kraft und Schwung?

Einige Anregungen:

  • Nimm dir Zeit für Atem- und Entspannungsübungen, z.B. ganz früh am Morgen
  • Probiere ein Entspannungsverfahren – autogenes Training, Yoga, Qi Gong – aus und bau es in deinen Alltag ein.
  • Plane eine Bootstour am Wochenende, einen Trip in die Berge, einen Lese-Nachmittag im Liegestuhl oder auf dem Sofa.

Darüber reden

Geteiltes Leid ist halbes Leid. Geteilte Freude ist doppelte Freunde. Verstanden und ernst genommen zu werden, macht uns stark. Voraussetzung für ein gelingendes Gespräch und echten Austausch ist, dass du dir die Zeit nimmst. «Ich will dich verstehen» ist eine wesentliche Grundeinstellung für ein Gespräch, in dem der Austausch und damit Beziehung gelingen kann.

Wie steht es um dich?

  • Wenn du dich freust oder wenn es dir schlecht geht: Wem teilst du das mit? Wer hört dir zu?
  • Wann hast du zuletzt jemanden aus deinem Freundeskreis oder deiner Familie ernsthaft gefragt, wie es ihr/ihm geht?
  • Was ärgert dich schon lange und bindet deine Energie? Redest du mit jemandem darüber, oder frisst du es eher in dich hinein?
  • Hast du dir heute schon Zeit genommen, um mit jemandem ein privates Gespräch zu führen?

Um Hilfe fragen

Hilfe annehmen, ist ein Akt der Stärke. Es gibt Menschen, die dir helfen wollen, wenn du dich ihnen anvertraust. Du darfst dir Hilfe holen und bist trotzdem kein Schwächling. Hilfe zu holen, heisst auch, Vertrauen zu schenken.

In besonders belastenden Situationen ist es wichtig, dass du dich auf das, was du jetzt gut kannst, konzentrierst. Alles, was dir im Moment schwerfällt oder nicht so wichtig ist, kannst du delegieren und dafür um Hilfe zu bitten.

Wie steht es um dich?

  • Vertraust du darauf, dass es Hilfe gibt, wenn du danach fragst?
  • Kannst du akzeptieren, dass Menschen Aufgaben anders lösen, als du es tun würdest?

Sich beteiligen

Sich zu beteiligen bedeutet, Stärken, Interessen, Wünsche und Wissen in eine Aufgabe, ein Projekt und somit auch in eine Gemeinschaft einzubringen. Es gehört zu den wichtigsten Lebenserfahrungen, Teil einer Gemeinschaft zu sein und Solidarität zu erfahren. Freiwilliges Engagement in einer Gemeinschaft erhöht nachweislich das Wohlbefinden.

Wie steht es um dich?

  • In welcher Gruppe fühlst du dich akzeptiert und wertgeschätzt?
  • Womit kannst du dich in deiner Gemeinschaft engagieren?
  • Gibt es eine Gemeinschaft, einen Verein, eine Organisation, wo du dich gerne beteiligen möchtest?

Einige Anregungen:

  • Schau dich um, wer in der Familie oder Nachbarschaft sich über deine Hilfe freuen würde.
  • Melde dich als freiwillige Helferin/freiwilliger Helfer bei Ortsverein, Blutspendedienst, Fussballclub oder dem Schulfest. Die Gemeindeverwaltung/ das Quartierzentrum kann dir Auskunft über die Vereine in deiner Umgebung geben. Angebote für Freiwilligenarbeit findest du auch bei benevol-jobs

Neues lernen

Lernen heisst entdecken. Neues zu lernen, ist eine Entdeckungsreise, die dich aus dem Alltag herausführt. Es eröffnet neue Horizonte und stärkt dein Selbstwertgefühl. Mit der Entscheidung, etwas Neues zu lernen, zeigst du aber auch deine Bereitschaft zur Weiterentwicklung. Das kann für dich persönlich und beruflich hilfreich sein. Wir lernen nicht nur mit dem Hirn, sondern mit all unseren Sinnen

Wie steht es um dich?

  • Was willst du gerne können? Was hält dich davon ab, es zu lernen?
  • Was sind deine Talente/Fähigkeiten? Welche möchtest du nutzen?
  • Welche Lernschritte haben dir in deinem bisherigen Leben sehr geholfen?
  • Kannst du etwas, das du gerne jemandem beibringen würdest?

Einige Anregungen:

  • Lernen heisst nicht immer, die Schulbank drücken. Probiere aus, welches Wissen Videos aus dem Internet vermitteln. Auch Lernfestivals sind hervorragende Anlässe, um neues auszuprobieren. Sicher entdeckst du ganz neue Talente!
  • Lass dich von Kursprogrammen inspirieren: deine Schule, die Migros-Klubschule oder die Volkshochschule, Pro Senectute oder andere Anbieter liefern Ideen.

Kreatives tun

Kreativität steckt in uns allen. Durch kreatives Tun kannst du Eindrücke zum Ausdruck bringen. Viele Menschen sind von Sehnsüchten, Gedanken, Ängsten und Bedürfnissen geprägt, die sie nicht durch Worte ausdrücken können. Durch kreatives Gestalten werden diese deutlich. Kreativität schafft einen Ausgleich zu den vielen Spannungen, die uns einengen. Das Gestalten von Lebensraum im Freien oder gemeinsames Musizieren wird von vielen Menschen als besonders entspannend und als persönliche Kraftquelle erlebt.

Wie steht es um dich?

  • Wo kannst du dich kreativ ausleben?
  • Was kannst du besonders gut? (z.B. Kochen, Singen, Malen, Reparieren, Gärtnern, Schreinern, Nähen, Gestalten)
  • Wann und wie oft nimmst du dir Zeit für kreatives Gestalten?

Einige Anregungen:

  • Gestalte deinen Balkon oder dein Auto um.
  • Baue ein Gartenhäuschen oder einen neuen Küchentisch.
  • Schreibe dein Leben auf oder mach etwas aus deinen vielen Fotografien
  • Besuche einen Mal-, Töpfer- oder Näh-Kurs.

Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Bewusst essen

Was und wie ich esse, kann meine Stimmung beeinflussen – und umgekehrt! Ein gemeinsames Essen in einer entspannten Atmosphäre kann Freude machen und alle Sinne ansprechen. Gesunde Ernährung, mit viel frischem Obst und Gemüse und möglichst wenig industriell verarbeiteten Lebensmitteln, tut Körper und Seele gut. Ausgewogene, regelmässige Mahlzeiten versorgen den Körper mit der notwendigen Energie.

  • Was ist mein Lieblingsgemüse?
  • Welche Früchte schmecken mir besonders?
  • Hatte ich heute schon eine ausgewogene und genussvolle Mahlzeit?
  • Esse ich manchmal nur aus Langeweile, Stress oder Frust? Wie könnte ich anders damit umgehen?
  • Mit wem macht mir das gemeinsame Essen besonders viel Freude?

Sich selbst annehmen

Kennst du jemanden, der sich selbst für perfekt hält und es auch ist? Wohl kaum. Gerade deine Unvollkommenheit macht dich einzigartig. Steh zu deinen Fähigkeiten und überlege dir, was dich zufrieden macht. Sich selbst annehmen heisst, dass du deinen eigenen Körper und seine Signale wahrnimmst und auf sie hörst. Entscheidungen «aus dem Bauch» sind nicht umsonst oft die besten. Kennst du deine Ressourcen? Dann kannst du auch deine Schwächen besser verstehen und akzeptieren.

Wie steht es um dich?

  • Worin bist du mit dir selbst zufrieden?
  • Was macht dich zufrieden in deinen Beziehungen?
  • Was macht dich zufrieden in deinem Beruf?
  • Was ist dir heute gelungen, worüber du dich freuen kannst?
  • Über welche Fehler von heute kannst du lachen?

An sich glauben

Krisen haben wir alle. Rückschläge, Schocks oder Trauer brauchen Zeit, bis du sie emotional verarbeitet hast. Nimm dir diese Zeit, wenn du sie brauchst! Gestehe sie auch anderen in Krisensituationen zu.

Wie steht es um dich?

  • Wie tröstest du dich nach einem Rückschlag?
  • Wer ist für dich ein «Rettungsring» in Krisenfällen?

Wenn scheinbar nichts mehr geht

  • konzentriere dich auf deinen vitalen Rhythmus (Ernährung, Bewegung, Atmung, Schlaf).
  • Verschaffe dir Abstand: Du bist nicht für alles verantwortlich.
  • Du hast ein Recht auf Hilfe von Freunden oder Fachpersonen.

In Kontakt bleiben

Freundschaften geben dir Sicherheit und Halt. Mit Freundinnen und Freunden kannst du streiten und dich versöhnen. Intimes wird vertraulich behandelt. Sie dürfen kritisieren und lassen dich dennoch sein, wie du bist. Manchmal verlieren sich Freundschaften im Laufe des Lebens. Oft kann man sie wiederbeleben, oder es entstehen neue Freundschaften.

Wie steht es um dich?

  • Mit wem willst du freie Zeit gestalten, mit wem nicht? Wer tut dir gut?
  • Lässt dir deine Lebensgestaltung Zeit für deine Freunde und Familie?
  • Wann hast du dich zuletzt bei deinem besten Freund gemeldet?
  • Wann und wo hast du zuletzt jemand nettes kennengelernt? Lässt sich das wiederholen?

Einige Anregungen:

  • Führe gemeinsame Rituale ein, triff dich z.B. immer am ersten Montag im Monat mit deinen Freundinnen zum Kegeln, geh alle 14 Tage mit einem Freund ins Kino.
  • Greife zum Telefon und rufe jemanden an, den du länger nicht gesehen hast.
    Führe Tagebuch über nette Begegnungen.
  • Sprich es aus, wenn du über jemanden etwas Nettes denkst.
  • Schreibe einen Dankesbrief an eine Person, der du bisher noch nie richtig gedankt hast. Finde neue Kontakte, z.B. indem du dich in einer Gemeinschaft beteiligst.

Direkter Kontakt:
Valeria Ciocco
Programmleiterin Psychische Gesundheit
Telefon: +41 81 257 64 10
E-Mail: valeria.ciocco@san.gr.ch

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