Impulse für psychische Gesundheit

Zähneputzen, Ernährung, Vorsorgetermin – wir alle achten auf unsere körperliche Gesundheit, einige mehr, andere weniger gewissenhaft. Auch Ihre seelische Gesundheit können Sie stärken und Ihre Abwehrkräfte gegen Belastungen mobilisieren. Die Impulse bieten Anregungen und Ideen für den Alltag. Sie fördern ein gutes Lebensgefühl und helfen, die Herausforderungen des Alltags zu meistern. Probiere Sie sie aus!

dureschnufe.ch ist die neue Plattform für Psychische Gesundheit rund um das Coronavirus.

Flyer «Impulse für psychische Gesundheit» (download / bestellen)

In Bewegung bleiben

Während ca. 2.5 Millionen Jahren war der Mensch als Jäger und Sammler im Schnitt acht Stunden täglich in Bewegung. Seit gerade mal 100 Jahren verbringen viele Menschen täglich acht Stunden und mehr im Sitzen. Körperliche Bewegung und Aktivität sind ein notwendiger Gegenpol zur Überreizung durch Überinformation, Arbeitsstress und ein gesteigertes Lebenstempo. Bewegung und Aktivität machen Spass und stützen nachweislich auch das seelische Gleichgewicht.

Wie steht es um dich?

  • Gibt es in deinem Alltag regelmässige Bewegungszeiten?
  • Wie bewegst du dich gerne? Tanzen, Yoga, Gymnastik usw.?
  • Hast du dich heute schon 30 Minuten am Stück bewegt?

Einige Anregungen für die Zeit des neuen Coronavirus:

  • Tanze zu deiner Lieblingsmusik im Wohnzimmer bis du ausser Atem bist.
  • Übe dich im Seilspringen und mache Liegestützen im Gang bis du schwitzst.
  • Mach einen super Frühlingsputz: Wasche die Vorhänge, putze die Schubladen aus, miste die Küche aus.
  • Übe «Güggelikampf» mit deinen Kindern.
  • Mache Yogaübungen auf dem Balkon.
  • Steh bei der Arbeit mindestens einmal pro Stunde auf. Telefoniere im Stehen.
  • Mach, was immer dir Spass macht, aber mach es regelmässig, am besten dreimal pro Woche während 30 Minuten.

Sich entspannen

In der Ruhe liegt die Kraft. Bewusste Bewegung, bewusstes Ein- und Ausatmen sind Möglichkeiten, um tagsüber kurze Entspannungsphasen einzubauen.

Bist du gestresst und angespannt, ist aktive Erholung (Hobbies, Sport, Natur, etc.) wirksamer als passives Ausruhen.

Wie steht es um dich?

  • Bei welchen Tätigkeiten kannst du am besten «abschalten»?
  • Gibt es in deinem Alltag Freiraum für bewusste Entspannungszeiten?
  • Welche Aktivitäten, z.B. Schreiben, Laufen, Basteln, geben dir Kraft und Schwung?

Einige Anregungen für die Zeit des neuen Coronavirus:

  • Lausche am Morgen bewusst dem Gesang der Vögel.
  • Versetze dich in deiner Vorstellung an deinen Lieblingsort.
  • Höre Musik und schliesse die Augen.
  • Schau dir einen lustigen Film an.
  • Mach eine Medienpause und höre nur einmal pro tag Nachrichten.
  • Nimm dir Zeit für Atem- und Entspannungsübungen, z.B. ganz früh am Morgen
  • Probiere ein Entspannungsverfahren – autogenes Training, Yoga, Qi Gong – aus und bau es in deinen Alltag ein.

Darüber reden

Geteiltes Leid ist halbes Leid. Geteilte Freude ist doppelte Freunde. Verstanden und ernst genommen zu werden, macht uns stark. Voraussetzung für ein gelingendes Gespräch und echten Austausch ist, dass du dir die Zeit nimmst. «Ich will dich verstehen» ist eine wesentliche Grundeinstellung für ein Gespräch, in dem der Austausch und damit Beziehung gelingen kann.

Wie steht es um dich?

  • Wenn du dich freust oder wenn es dir schlecht geht: Wem teilst du das mit? Wer hört dir zu?
  • Wann hast du zuletzt jemanden aus deinem Freundeskreis oder deiner Familie ernsthaft gefragt, wie es ihr/ihm geht?
  • Was ärgert dich schon lange und bindet deine Energie? Redest du mit jemandem darüber, oder frisst du es eher in dich hinein?
  • Hast du dir heute schon Zeit genommen, um mit jemandem ein privates Gespräch zu führen?

Einige Anregungen für die Zeit des neuen Coronavirus:

  • Telefoniere regelmässig mit einem Freund/Freundin und rede darüber, was dich bewegt.
  • Schreibe einen Blog: dokumentiere deine Tage und frage andere, wie es ihnen geht.

Viele Anregungen findest du in den Gesprächstipps.

Um Hilfe fragen

Hilfe annehmen, ist ein Akt der Stärke. Es gibt Menschen, die dir helfen wollen, wenn du dich ihnen anvertraust. Du darfst dir Hilfe holen und bist trotzdem kein Schwächling. Hilfe zu holen, heisst auch, Vertrauen zu schenken.

In besonders belastenden Situationen ist es wichtig, dass du dich auf das, was du jetzt gut kannst, konzentrierst. Alles, was dir im Moment schwerfällt oder nicht so wichtig ist, kannst du delegieren und dafür um Hilfe zu bitten.

Wie steht es um dich?

  • Vertraust du darauf, dass es Hilfe gibt, wenn du danach fragst?
  • Kannst du akzeptieren, dass Menschen Aufgaben anders lösen, als du es tun würdest?

Einige Anregungen für die Zeit des neuen Coronavirus:

  • Telefoniere mit deiner jungen Nachbarin oder Nachbarn und bitte um einen Botengang.
  • Nimm Unterstützung an. Du hilfst damit anderen, sich nützlich zu fühlen.
  • Informiere dich bei offiziellen Stellen (BAG), Tageszeitungen, staatlichen Meiden.
  • Kontaktiere die Dargebotene Hand, Tel Nr. 143.

Weitere Adressen und Angebote findest du hier.

Sich beteiligen

Sich zu beteiligen bedeutet, Stärken, Interessen, Wünsche und Wissen in eine Aufgabe, ein Projekt und somit auch in eine Gemeinschaft einzubringen. Es gehört zu den wichtigsten Lebenserfahrungen, Teil einer Gemeinschaft zu sein und Solidarität zu erfahren. Freiwilliges Engagement in einer Gemeinschaft erhöht nachweislich das Wohlbefinden.

Wie steht es um dich?

  • In welcher Gruppe fühlst du dich akzeptiert und wertgeschätzt?
  • Womit kannst du dich in deiner Gemeinschaft engagieren?
  • Gibt es eine Gemeinschaft, einen Verein, eine Organisation, wo du dich gerne beteiligen möchtest?

Einige Anregungen für die Zeit des neuen Coronavirus:

  • Hilf einer älteren Person in der Nachbarschaft, falls du selber nicht zur Risikogruppe gehörst.
  • Schicke regelmässig eine SMS an deine Eltern/Geschwister/Freund*innen und frage, wie es geht.
  • Lies den Enkelkindern via FaceTime eine Geschichte vor.
  • Spiele ein Brett- oder Kartenspiel mit deiner Familie.

Neues lernen

Lernen heisst entdecken. Neues zu lernen, ist eine Entdeckungsreise, die dich aus dem Alltag herausführt. Es eröffnet neue Horizonte und stärkt dein Selbstwertgefühl. Mit der Entscheidung, etwas Neues zu lernen, zeigst du aber auch deine Bereitschaft zur Weiterentwicklung. Das kann für dich persönlich und beruflich hilfreich sein. Wir lernen nicht nur mit dem Hirn, sondern mit all unseren Sinnen

Wie steht es um dich?

  • Was willst du gerne können? Was hält dich davon ab, es zu lernen?
  • Was sind deine Talente/Fähigkeiten? Welche möchtest du nutzen?
  • Welche Lernschritte haben dir in deinem bisherigen Leben sehr geholfen?
  • Kannst du etwas, das du gerne jemandem beibringen würdest?

Einige Anregungen für die Zeit des neuen Coronavirus:

  • Lernen heisst nicht immer, die Schulbank drücken. Probiere aus, welches Wissen Videos aus dem Internet vermitteln. Auch Lernfestivals sind hervorragende Anlässe, um neues auszuprobieren. Sicher entdeckst du ganz neue Talente!
  • Lerne online Italienisch, Schwedisch oder Vogelstimmen erkennen.
  • Gehe auf eine virtuelle Museumstour.

Kreatives tun

Kreativität steckt in uns allen. Durch kreatives Tun kannst du Eindrücke zum Ausdruck bringen. Viele Menschen sind von Sehnsüchten, Gedanken, Ängsten und Bedürfnissen geprägt, die sie nicht durch Worte ausdrücken können. Durch kreatives Gestalten werden diese deutlich. Kreativität schafft einen Ausgleich zu den vielen Spannungen, die uns einengen. Das Gestalten von Lebensraum im Freien oder gemeinsames Musizieren wird von vielen Menschen als besonders entspannend und als persönliche Kraftquelle erlebt.

Wie steht es um dich?

  • Wo kannst du dich kreativ ausleben?
  • Was kannst du besonders gut? (z.B. Kochen, Singen, Malen, Reparieren, Gärtnern, Schreinern, Nähen, Gestalten)
  • Wann und wie oft nimmst du dir Zeit für kreatives Gestalten?

Einige Anregungen für die Zeit des neuen Coronavirus:

  • Mach ein digitales Album mit deinen letzten Ferienfotos.
  • Kreiere deinen eigenen Risotto oder deine spezielle Pastasauce.
  • Stricke einen Schal mit Restwolle. Häkle einzelne Teile einer gemeinsamen Decke für die Grosseltern.
  • Sammle positive Geschichten aus der Corona-Zeit.
  • Gestalte deinen Balkon oder dein Auto um.
  • Baue ein Gartenhäuschen oder einen neuen Küchentisch.
  • Schreibe dein Leben auf oder mach etwas aus deinen vielen Fotografien

Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Bewusst essen

Was und wie ich esse, kann meine Stimmung beeinflussen – und umgekehrt! Ein gemeinsames Essen in einer entspannten Atmosphäre kann Freude machen und alle Sinne ansprechen. Gesunde Ernährung, mit viel frischem Obst und Gemüse und möglichst wenig industriell verarbeiteten Lebensmitteln, tut Körper und Seele gut. Ausgewogene, regelmässige Mahlzeiten versorgen den Körper mit der notwendigen Energie.

  • Was ist mein Lieblingsgemüse?
  • Welche Früchte schmecken mir besonders?
  • Hatte ich heute schon eine ausgewogene und genussvolle Mahlzeit?
  • Esse ich manchmal nur aus Langeweile, Stress oder Frust? Wie könnte ich anders damit umgehen?
  • Mit wem macht mir das gemeinsame Essen besonders viel Freude?

Einige Anregungen für die Zeit des neuen Coronavirus:

  • Reduziere grundsätzlich die Kohlenhydratzufuhr, wenn du dich in der jetzigen Zeit weniger bewegst als normalerweise.
  • Schneide voller Freude farbiges Gemüse z.B. für Gemüsedipp.
  • Sei kreativ in der Küche und nutze Essensreste für neue Gerichte.
  • Lass die Kinder beim Kochen und Backen mithelfen.
  • Decke den Tisch, zünde eine Kerze an und geniesse dein Essen.
  • Trinke ausreichend Wasser oder ungesüssten Tee (1.5 – 2 Liter am Tag).
  • Beobachte bewusst, wie beim Abwasch das Geschirr richtig schön sauber wird.

Sich selbst annehmen

Kennst du jemanden, der sich selbst für perfekt hält und es auch ist? Wohl kaum. Gerade deine Unvollkommenheit macht dich einzigartig. Steh zu deinen Fähigkeiten und überlege dir, was dich zufrieden macht. Sich selbst annehmen heisst, dass du deinen eigenen Körper und seine Signale wahrnimmst und auf sie hörst. Entscheidungen «aus dem Bauch» sind nicht umsonst oft die besten. Kennst du deine Ressourcen? Dann kannst du auch deine Schwächen besser verstehen und akzeptieren.

Wie steht es um dich?

  • Worin bist du mit dir selbst zufrieden?
  • Was macht dich zufrieden in deinen Beziehungen?
  • Was macht dich zufrieden in deinem Beruf?
  • Was ist dir heute gelungen, worüber du dich freuen kannst?
  • Über welche Fehler von heute kannst du lachen?

Einige Anregungen für die Zeit des neuen Coronavirus:

  • Schreibe deine Gedanken auf: Was ist momentan gut für mich? Was nicht? Was kann ich selbst anpassen?
  • Verzeih dir und deinem Gegenüber, wenn nicht alles wie gewohnt rund läuft.
  • Setze dir Tagesziele, die du einhalten kannst.

Finde mehr heraus über das Zusammenspiel von Ressourcen und Belastungen.

An sich glauben

Krisen haben wir alle. Rückschläge, Schocks oder Trauer brauchen Zeit, bis du sie emotional verarbeitet hast. Nimm dir diese Zeit, wenn du sie brauchst! Gestehe sie auch anderen in Krisensituationen zu.

Wie steht es um dich?

  • Wie tröstest du dich nach einem Rückschlag?
  • Wer ist für dich ein «Rettungsring» in Krisenfällen?

Einige Anregungen für die Zeit des neuen Coronavirus:

  • Schreibe jeden Tag ins Tagebuch was dich belastet und was dich freut.
  • Mache eine Liste mit all deinen Ideen und Plänen, was du nach der ausserordentlichen Coronavirus-Lage tun willst.
  • Konzentriere dich auf deinen vitalen Rhythmus (Ernährung, Bewegung, Atmung, Schlaf).
  • Verschaffe dir Abstand: Du bist nicht für alles verantwortlich.
  • Du hast ein Recht auf Hilfe von Freunden oder Fachpersonen.

Zu Adressen und Angeboten

In Kontakt bleiben

Freundschaften geben dir Sicherheit und Halt. Mit Freundinnen und Freunden kannst du streiten und dich versöhnen. Intimes wird vertraulich behandelt. Sie dürfen kritisieren und lassen dich dennoch sein, wie du bist. Manchmal verlieren sich Freundschaften im Laufe des Lebens. Oft kann man sie wiederbeleben, oder es entstehen neue Freundschaften.

Wie steht es um dich?

  • Mit wem willst du freie Zeit gestalten, mit wem nicht? Wer tut dir gut?
  • Lässt dir deine Lebensgestaltung Zeit für deine Freunde und Familie?
  • Wann hast du dich zuletzt bei deinem besten Freund gemeldet?

Einige Anregungen für die Zeit des neuen Coronavirus:

  • Bleibe im Kontakt mit deinen Freunden*innen, deiner Familie, über Gruppenchats und -videos.
  • Verabrede dich mit der/dem Nachbar*in auf dem Balkon oder am Fenster zu einem Café und Geplauder.
  • Schreibe eine Postkarte an eine ältere Bekannte.
  • Greife zum Telefon und rufe jemanden an, den du länger nicht gesehen hast.
  • Führe Tagebuch über nette Begegnungen.
  • Sprich es aus, wenn du über jemanden etwas Nettes denkst.
  • Schreibe einen Dankesbrief an eine Person, der du bisher noch nie richtig gedankt hast.

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